Die Präferenz für die linke oder rechte Hand

wird bereits im Mutterleib festgelegt laut Untersuchungen von Forschern der irischen Queen’s University. Die Münchner Psychologin Dr. Johanna Barbara Sattler sieht in der Händigkeit vor allem den „Ausdruck einer motorischen Dominanz“ in der jeweils „entsprechenden, kontralateralen Gehirnhälte“. In ihren Büchern „Die Psyche des linkshändigen Kindes“ oder „Der umgeschulte Linkshänder“ erläutert sich auf fundierte Weise das „Phänomen der Linkshändigkeit“ und erklärt, warum jeder Versuch, die Händigkeit zu ändern, meist eine große Schädigung für den Betroffenen ist.

Handschrift des Linkshänders Barack Obamas

Linkshänder und Rechtshänder unterscheiden sich nicht nur bezüglich der Motorik,

sondern auch bezüglich der Persönlichkeitseigenschaften. So denken Linkshänder strategischer, vernetzter und vielschichtiger. Rechtshänder dagegen  taktischer, analytischer und linearer. Während Rechtshänder laut Sattler die verdeckte Führung bevorzugen, wählen Linkshänder lieber die offene Führung. Linkshänder, die mehr zum „autonomen Subjektivismus“ neigen, seien weniger gruppenorientiert als Rechtshänder (vgl.: Sattler „Der umgeschulte Linkshänder“, 6. Auflage, S. 38 ff.).

Schreiben Linkshänder auch anders?

Hierzu hält sich in der Öffentlichkeit das Vorurteil wacker, Linkshänder würden nach links geneigt schreiben. Der Schriftsachverständige Hartmut Mutschler fand in einer Untersuchung über die Schriftmerkmale von Linkshändern heraus, dass dem nicht so ist, sondern vielmehr von rechts nach links geschriebene Querelemente und im Uhrzeigersinn geschriebene Bogenelemente (z. B. Buchstabe „o“) mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine linkshändige Handschrift hinweisen.

Umerziehung zum Rechtshänder

Douglas Adams Handschrift („Per Anhalter durch die Galaxis“ – ebenfalls Linkshänder)

Leider immer noch sehr häufig werden Linkshänder umerzogen, denn unsere Lebenswelt ist sehr stark ausgerichtet auf Rechtshänder. Gerade beim Schreiben mit der Hand, ein höchst komplexer Vorgang, der eine kaum vergleichbare vielseitige Einbeziehung verschiedenster Gehirnfunktionen erfordert, kann eine Umschulung einen massiv negativen Eingriff mit sich bringen. Einige von Sattler genannte Folgen (vgl.: Sattler „Der umgeschulte Linkshänder“, 6. Auflage, S. 49 ff.): Sprachstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Legasthenie, Minderwertigkeitskomplexe, Zurückgezogenheit, Widerspruchsgeist, Imponiergehabe, emotionale Probleme bis ins Erwachsenenalter.

An 4510 Probanden hat Sattler entsprechende Daten erhoben und festgestellt, dass umgeschulte Linkshänder weit mehr Kräfte einsetzen müssen, um ihre Intelligenz zu mobilisieren, als Menschen, die ihre angeborene Händigkeit behalten können.

Sie möchten sich noch mehr in das Thema vertiefen? Hierzu einige weiterführende Links:

Gandhis Handschrift (Linkshänder)
Phänomen der Linkshändigkeit und Rechtshändigkeit

Ein Gedanke zu „Phänomen der Linkshändigkeit und Rechtshändigkeit

  • 16. April 2017 um 17:08
    Permalink

    Hallo Schreiberlebniswelt * ich bin auch eine umerzogene Linkshänderin * kann jetzt jedoch rechts und links gleichzeitig schreiben und rechts schöner kalligrafisch wie links schreiben * Schöne Ostergrüße Angelika Wolf

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.