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Tatort Schreiberlebniswelt

Tatort Schreiberlebniswelt

Am heißesten Tag, den 22.06.2017, haben wir in Kooperation mit der Initiative Schreiben e. V. unsere Aktion “Tatort Schreiberlebniswelt” im Rahmen der 1. Langen Nacht des Schreibens im Gasteig gestartet. Die Teilnehmer verfassten allein oder mit anderen einen
handgeschriebenen Tatort. Die Grundlage dazu wurden durch unsere drei verschiedenen “Tatort-Inspirationen” geliefert.

Jeder erhielt ein Klemmbrett mit Papier, durfte sich leihweise einen der Kaweco-Stifte aussuchen (Kugelschreiber, Füller oder Bleistift) und sich dann einen Platz zum Schreiben
suchen. Die meisten saßen direkt in unserer Nähe auf einem der roten, bequemen Kunstlederstühle. Die Teilnehmenden konnten in Ruhe schreiben und erhielten zwischendurch Getränke, die bei dieser Hitze liebend gerne angenommen wurden. Nachdem die Teilnehmenden fertig waren mit ihrem handgeschriebenen Krimi erhielt jeder ein schönes Notizbuch von x17, worüber sich alle sehr freuten, und wir unterhielten uns noch mit jedem ausgiebig.

Und hier sind die Ergebnisse:   

Erster Tatort: Beim Vorstellungsgespräch

Zweiter Tatort: Scheinheilig

Dritter Tatort: Stimmung

Vierter Tatort: Auf dem Nordfriedhof

Fünfter Tatort mit Zeichnung: Im Schlosspark Nymphenburg

Beobachtung beim Schreiben

Immer wieder interessant ist, was beim Schreiben passiert. Bei einem selbst und auch bei den anderen ist es schön zu beobachten: Am Anfang sitzt man meist etwas ratlos denkend da, sieht in die Umgebung, schreibt die ersten paar Worte, blickt immer wieder, noch recht unruhig, in die Gegend, bis einen das Schreiben und die eigenen Gedanken plötzlich in ihren Sog ziehen und man als Schreibender völlig versunken und konzentriert in seine Schreibwelt eintaucht.

Eine Teilnehmerin sagt: „Zuerst war es etwas schwierig, auch durch die Außengeräusche, aber dann auf einmal war ich einfach nur weg.“

Dieses „weg sein“ empfinden die meisten Menschen als sehr wohltuend und entspannend. Außerdem ist durch das kreative Schaffen, in diesem Fall schreiben, noch das Erfolgserlebnis dabei, aus dem Nichts etwas aufs Papier gebracht zu haben. Und tatsächlich: Es ist immer wieder faszinierend, was da alles entsteht!

In jedem Menschen Welten

Bei den anschließenden Gesprächen mit den Teilnehmenden konnten wir immer wieder nur so staunen, welch interessanten Hintergründe, Fähigkeiten und Interessen jeder einzelne Mensch mitbringt. Im beschäftigten Alltag nehmen wir letztendlich nur die äußerliche „Fassade“, die Oberfläche eines jeden Menschen wahr. Erst im Gespräch eröffnen sich all die Geschichten, die in jedem von uns leben und wirken und durch das Schreiben ganz individuell zum Ausdruck gebracht werden können.

Welche Menschen schreiben heute bei uns?

– eine bayerische Barcelonerin, Urmünchnerin, die von ihrem 2-jährigen Barcelona Aufenthalt zurückgekehrt ist und den Sommer nun teilweise in Vorstellungsgesprächen verbringen muss

– eine fränkische Winzerstochter, die sich mit vollem Herzen der Biergarten-/Volksfest- und Business-Gastronomie verschrieben hat, außerdem Karaoke singt und Off-Road-Rennen fährt

– ein verliebtes Paar aus Ost-Europa, das sich spontan entschließt, in Kooperation einen Krimi zu gestalten: sie schreibt, er zeichnet

– ein Kosovo-Albaner mit altindischen Wurzeln und Schriftstellerambitionen, der uns einen kurzen Einblick in den islamischen Sufismus gibt und sich als Suchender zum Thema Schönheit & Wahrheit bekennt…

Andere nette Begegnungen

Auch wenn wir nicht alle von uns angesprochenen Menschen zum Schreiben bringen konnten, hatten wir einige anregende Gespräche zum Thema Handschrift. Und wieder konnten wir feststellen: Wer schreiben will, der schreibt. Ganz egal, zu welcher Zeit, mit welchen Mitteln: Gedanken, Ideen und Erinnerungen lassen sich am besten von Hand spontan und unkompliziert notieren. Alles, was man braucht, ist Stift und Papier – oder Klopapier: So berichtete uns eine pensionierte Maskenbildnerin, dass sie durch Zufall entdeckte, dass es sich am besten direkt auf Klopapierrollen mit dickem Kuli schreiben lässt. Die stünden ohnehin immer an ihrem Bett zum Schneuzen und seien auch hervorragend geeignet für all ihre Ideen, die gleich notiert werden wollen. In ihrer Wohnung wimmle es nur so an beschriebenen Klopapierabschnitten…

Fazit: Handschrift verbindet 

Handschrift ist und bleibt etwas genuin Menschliches und Lebendiges, das uns alle verbindet und Verborgenes sichtbar macht. Das konnten wir am heutigen Abend erneut feststellen.

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